Testosteron Ersatz Therapie danach

Potenz und Impotenz, retrograde Ejakulation
k.K
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Testosteron Ersatz Therapie danach

Beitragvon k.K » 15.02.2018, 08:08

Da dies ein Thema ist, mit dem sich nach einer OP alle herumschlagen müssen und Ärzte da leider meist die falschen Ansprechpartner sind, da sie auf dem (Un-)Wissensstand der 90er Jahre herumdümpeln, gebe ich euch hier mal meine Erfahrungen mit an die Hand, die hoffentlich weiter helfen!
Es wird ja viel geschrieben, dass danach alles anders ist usw. usw. ... das muss nicht sein und ich selbst (beide Hoden entfernt) lebe absolut unverändert was Körper, Seele und Sex angeht. Außer, dass ich jetzt mehr Freiraum zwischen den Beinen habe, ist alles wie vorher oder sogar besser.
Ich möchte hier also unbedingt alle beruhigen, die Angst davor haben, dass nachher alles anders sein wird.
Nein, wenn man sich an Regeln hält, dann geht das Leben unverändert weiter. Nur eins ist anders, Frau braucht keine Pille mehr nehmen. ;)


Das dumme an der Sache ist, dass ich noch nie einen Urologen getroffen habe, der sich wirklich mit Hormonen auskennt und auch Endokrinologen sind da anscheinend irgendwie nicht im Thema, da diese sich mehr mit Schilddrüse usw. beschäftigen.
Ich habe auch eine Unterfunktion der Hoden gehabt und nun auch sowieso keine Hoden mehr und habe mich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt.

Grundlegendes.: Wenn es um Hormonersatz geht, verschreiben alle Ärzte diese Nebido Mehrmonatsspritzen. Leider haben das alle Urologen als gesetzten Standard im Kopf und verschreiben diesen Unsinn auch jedem. Der einzige Vorteil ist, dass die Pharmaindustrie und evtl. auch der Arzt(?) sich damit das Portmonaie ordentlich auffüllen.
Diese Spritzen sind für den Körper der blanke Horror, da der Testosteron-Level damit anfangs weit über Normal liegt und der Körper daraus jede Menge Östradiol (E2) produziert, da nur darüber dem Gehirn signalisiert werden kann, dass es genug ist. Dummerweise ist der E2 Wert beim Mann absolut entscheidend für Libido Ja/Nein. Wenn sich dieser Wert außerhalb eines sehr engen Bereichs befindet, egal ob drüber oder drunter, dann will Mann von Sex und Nähe nichts mehr wissen und wird auch sonst für seine Umwelt quasi zum A....loch.
Dummerweise wissen Ärzte diese Zusammenhänge nicht im geringsten (vielleicht gibts auch Ausnahmen?). Ich könnte mittlerweile eine wissenschaftliche Abhandlung darüber schreiben, da ich die Infos aus aller Welt zusammengetragen und auch an mir getestet habe.
Man muss also tunlichst darauf achten, dass die Werte stabil sind. Wie gesagt, mit einem Langzeitmedikament sind sie in der ersten Phase zu hoch und dann weit zu niedrig. Irgendwo in der Mitte der Wirkzeit sind sie mal kurz ok.
Außerdem, 4ml jemandem rein zu jagen ist grob fahrlässig und das Medikament ist deswegen in den USA z.B. gar nicht zugelassen.

Möglichkeiten:
Es gibt Spritzen, die man alle zwei Wochen (Ärzte sagen allen Ernstes oft 4 Wochen) injizieren kann, was aber auch noch ein viel zu langer Zeitraum ist und dadurch ein hübscher, so genannter, "Achterbahneffekt" zum tragen kommt. Ein guter Intervall ist wöchentlich oder kürzer mit lang wirkenden Estern (Enanthat oder Cypionat) welche aber wirklich gut eingestellt werden müssen, was eine Zeit dauern kann. Verabreichung wäre hier als subkutan zu empfehlen (auch davon haben unsere Ärzte keinen Schimmer, da es nicht in der Packungsbeilage steht und die ist heilig). Subkutan kann sich sogar jeder selbst verabreichen (per Insulinspritze unter die Haut). Man braucht dafür aber ein eher dünnflüssiges Medikament und das Beste gibts in Deutschland leider nicht (habe hier aber auch keine Vergleiche der Produkte machen können... können nur Ärzte und die haben daran kein Interesse).

Die allerbeste Möglichkeit ist jedoch der Einsatz von Gels (nur wer diese nicht verträgt, siehe Variante vorher).
Testosteron-Gels gibt es heute im praktischen Spender und und die meisten brauchen 2x Pumpen morgens und das auf die Schultern und Oberarme geschmiert. Dies entspricht auch dem natürlichen Zyklus, wie der Körper Testosteron einspeisen würde. Hier kann man als Patient relativ leicht seinen Wohlfühlpunkt finden. Ich brauche nur einen Hub morgens, da ich das wohl super über die Haut absorbiere. Der Normalpatient braucht wohl meist 2x Drücken am Spender.
Wenn man sich wohl fühlt, Libido, Erektionen und Laune hervorragend sind, dann hat man seine Dosis herausgefunden. Am besten man fängt klein an, also bei einem Pump am Tag und testet das 2 Wochen oder länger. Wenns nicht besser wird, dann alle 2 Tage mal 2 Hub testen... auch einige Wochen, usw. ...
Im Gegensatz zu Spritzen (damit habe ich das auch nie genau hin bekommen) geht es mir genau so gut wie als 20jähriger und ich habe eine Libido wie ein Teenie und Erektionen wie Beton. *frechgrins*

Bitte also den Arzt darauf hinweisen, dass Gel gewünscht ist, denn ansonsten wir der dir wohl immer diese Mega-Spritze verordnen. Übrigens können zu hohe Testosteronspiegel (wie eben bei diesen Spritzen) durch zu hohe DHT und E2 Werte durchaus zu Prostatakrebs und auch verstärktem Haarausfall führen. Auch darüber machen sich Ärzte keine Gedanken.

Wenn der Testosteronwert mal bestimmt wird, bitte unbedingt DHT, E2 und Progesteron mit kontrollieren.
Auch zu heftig hohes Progesteron kann Libido-mindernd wirken und genau wie E2 auch zu Problemen (Schmerzen, Wachstum) mit der Brust führen.
Falls E2 hier auch bei niedrigen Testosteron Leveln nach oben geht (Fettgewebe fördert diesen Aromastase Effekt dummerweise enorm), dann ist es sinnvoll, hier sachte mit Aromastasehemmern das E2 (Östrogen) zu senken. Ich empfehle hier suizidale Wirkstoffe (Exemestan) statt nicht suizidaler (diese geben die Enzyme nach einiger Zeit wieder frei), da man bei geringer Dosierung mal wieder schön einen Achterbahneffekt hat.

Noch als Tipp hinterher, für Leute mit Hoden, aber dennoch Testosteron-Problemen:
Auch Werte unterhalb des Referenzbereichs können normal für die Person sein, genau wie Werte oberhalb der Untergrenze für manche zu wenig sein können (Ärzte kennen hier wieder nur starre Kriterien und scheren alle über einen Kamm, musste ich feststellen).
Wenn es dir mit einer geringen Dosis Testosteron-Substitution also schon schlechter geht, kann es sein, dass der extrem niedrige Wert für dich dennoch ok sein könnte. Dann mal schnell absetzen und schauen, ob es sich nicht von allein wieder bessert.

k.K
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Re: Testosteron Ersatz Therapie danach

Beitragvon k.K » 15.02.2018, 08:23

Ich bin auch immer wieder erschüttert, was mutmaßliche Experten (Ärzte) in vielen Foren so als Empfehlungen schreiben. Horror!

k.K
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Re: Testosteron Ersatz Therapie danach

Beitragvon k.K » 06.04.2018, 06:54

Ich korrigiere, ich bin nun bei 3x pumpen (ca. 60mg) frühs und habe jetzt tatsächlich meinen super Wohlfühllevel gefunden (noch besser als vorher gedacht). Bei 2x pumpen hatte ich 13nmol/l, was noch sehr im unteren Normalbereich lag und dürfte nun, nach 4 Woche 3x pumpem richtung 20nmol/l tendieren, was einem mittleren Normallevel entsprechen würde und so fühlt sichs auch an.
Ich habe auch damit noch keine Probleme mit E2, somit scheint auch dieses absolut unter Kontrolle zu sein. Klasse Sache!

Ja, auch im Internet drücken sich die Ärzte als "Berater" noch mit haufenweise uralt (Un-)Wissen herum. :(
Die armen Leute, die darauf reinfallen!
Es gibt kein generelles Standardrezept für Testosteron-Ersatz. Das ist alles sehr individuell und Mann muss das austesten, womit und mit wieviel es ihm super geht und dazu gehören auch Messungen in sinnvollen Abständen und eben auch nicht nur Testosteron, sondern auch E2, DHT, Progesteron, DHEA, Tyrosin,...
Schon aus dieser Perspektive heraus kann ein generelles Mehrmonatspräparat NIE das Richtige sein.

k.K
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Re: Testosteron Ersatz Therapie danach

Beitragvon k.K » 06.04.2018, 07:02

Achja, hier noch ein nettes Tool, um die Testwerte einordnen zu können: https://www.jenapharm.de/service/testosteron-umrechnen
Ich finde auch den unteren farbig markierten Bereich sinnvoll. Den kennen Ärzte nicht und nehmen immer nur die Untergrenze von 8nmol/l als Maßstab, was aber Unfug ist, denn ich hatte bei 12nmol/l schon heftigst die Auswirkungen zu spüren bekommen (extremer Nachtschweiß, Erektionsprobleme, Müdigkeit, Kraftlosigkeit,...). Aber das war vor meiner Hodenentfernung. Jetzt, danach ist das eh kein Thema mehr, denn der Wert ist ohne Diese verschwindend gering.


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